Essen und Trinken Usedom Nachwende-Zeit

„Jeder nach seinen Wünschen!“

In der jüngeren, nun gesamtdeutschen Vergangenheit wurde die Insel Usedom zielgerichtet zur ausschließlichen Erholungsregion umgestaltet. Der Bau neuer Hotels, Pensionen und Restaurants ging einher mit der Sanierung wertvoller Bäderarchitektursubstanz und es schien, dass die Traditionen aller vorangegangenen Epochen gegenüber der neuen Weltoffenheit in Vergessenheit geraten würden. Selbst die urpommerschen Insulaner entdeckten Schmackhafteres, Exotischeres und Außergewöhnlicheres als das, was sie bisher gegessen und getrunken hatten. Italienisches, Bayerisches, Französisch und gar Argentinisches hielt Einzug nebst Vornehmheit, wiedergekehrter Etikette und nie gekannten Preisen. Spaghetti, Nudeln, Reis oder Pommes Frites verdrängten nach und nach die einst so geliebte Kartoffel, und was war schon Ostseefisch im Vergleich zu Meeresfrüchten aus der Südsee. „Kulmbacher“ ersetzte „Radeberger“, so wie „Chantre“ die „Goldkrone“ und statt der Zigarette Marke „F6“ füllten jetzt Phillipp Morris Leichtgewichte die Tabakregalen.

Trotz großer Lobpreisungen über all das Neue vermisste der eine schon bald die gemütliche Bierrunde in der Kneipe, ein anderer wünschte sich sein Schnitzel zurück oder gar das Hacksteak mit Pilzen und mancher labte sich wie früher an Räucherflundern, Hering und deftigen Bratkartoffeln. Den meisten Gästen ging es ebenso, denn sie suchten nicht das, was sie schon kannten, sondern das, was eine Region in Lebensweise und Kultur unverwechselbar macht. So kam die Kartoffel wieder zu ihren Ehren, Heringswochen wurden erfunden, die „Kaisertage“ prägten sich aus zum großen Event rustikaler Speiseangebote und selbst die Bockwurst feierte ihr Comeback. Der Usedombesucher kann heute, und das macht die eigentliche Veränderung aus, wählen je nach Geschmack, Preis und Qualitätsanspruch, wobei nun die „alten“ pommerschen Speisen mit einem Hauch von Exklusivität gewürzt sind.

Text: Dietrich Gildenhaar

News

Baltic Lights 2026 Schlittenhunderennen am Strand der Kaiserbäder
Vom 6. Bis zum 8. März 2026 erobern majestätische Huskys mit ihren „Mushern“, den Hundeschlittenführern, wieder den winterlichen Strand der Kaiserbäder auf Usedom. Der Schauspieler Till Demtrøder holt mit diesem Event unter der passenden Bezeichnung Baltic Lights erneut nicht nur tausende (zusätzliche) Gäste auf die Insel, sein Hauptzweck ist eine Spende für die Welthungerhilfe.
SEETELHOTELS spenden für den Naturschutz
Nachhaltigkeit, die wirkt: Die SEETELHOTELS, mit 16 Häusern größte Hotelgruppe auf Usedom, ziehen eine positive Bilanz ihrer Kooperation mit der Michael Succow Stiftung. Im Jahr 2025 kamen durch den freiwilligen Verzicht der Gäste auf die tägliche Zimmerreinigung insgesamt 14.773 Euro für den Natur- und Umweltschutz zusammen.
Winterzauber in Trassenheide
Das Ostseebad Trassenheide lädt vom 3. bis zum 13. Februar zum „Winterzauber“ ein. Ein facettenreiches Programm unterhält mit täglich wechselnden Angeboten vor allem Familien mit Kindern. Höhepunkt des Winterzaubers ist das traditionelle Eisbade-Spektakel, das in diesem Jahr im Wild-West-Style ausgetragen wird.