Wolgast entdecken: Backstein, Stadtgeschichte und Wege
Unterkünfte in Wolgast
Wolgast erschließt sich über Backstein, Stadtgeschichte und Wege, die weiter auf die Insel Usedom führen. Wer sich für historische Baukunst interessiert, findet hier markante Kirchen und eine ungewöhnliche Kapelle. Museen erzählen von der pommerschen Residenzstadt, dem Schiffbau und einem Künstler aus Wolgast. Für die Reiseplanung ist interessant, ob Sie Ihre Zeit vor allem den Sehenswürdigkeiten der Stadt widmen oder auch eine der beschriebenen Routen einbeziehen möchten.
Kirchen und ein historischer Kreuzweg
Die dreischiffige Backsteinbasilika St. Petri stammt aus dem 14. Jahrhundert. In ihrer Gruft befindet sich die Grablege der letzten Pommernherzöge. Auch der Turm ist ein Ziel für sich: Wer die 184 Stufen hinaufsteigt, kann aus 40 Metern Höhe über Wolgast bis zur Insel Usedom blicken. Die Zahl der Stufen gibt zugleich eine konkrete Vorstellung davon, was ein Turmbesuch umfasst.
Von St. Petri führt der Jerusalem-Kreuzweg zur Kapelle St. Gertrud, dem Nachbau des Heiligen Grabes. Der historische Weg wurde im 15. Jahrhundert von Herzog Wartislaw IX. von Pommern nach einer Jerusalemreise nachgebildet. Er ist eine 1:1-Kopie des Kreuzweges in Jerusalem und etwa eine römische Meile lang. Route, Kapelle und Ziel verbinden sich hier zu einem Rundgang mit einer besonderen religiösen und historischen Bedeutung.
Die St.-Gertrud-Kapelle selbst ist ein zwölfseitiger Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Eine Mittelsäule trägt das Sterngewölbe. Von ursprünglich über 30 Gertrudenkapellen in Pommern sind heute nur noch vier erhalten; die Wolgaster Kapelle ist die einzige in Deutschland. Wer sich für Bauformen interessiert, kann hier den Blick auf Grundriss, Material und Gewölbe richten und zugleich die Seltenheit dieses Bauwerks einordnen.
Stadtgeschichte in Museen und am Hafen
Im Stadtmuseum „Kaffeemühle“ wird auf vier Etagen die Entwicklung Wolgasts von der pommerschen Residenzstadt zu einem modernen Schiffbaustandort präsentiert. Einen anderen Zugang zur Stadtgeschichte bietet die digitale Rekonstruktion des untergegangenen Wolgaster Herzogsschlosses: Einwohner und Gäste können sie im Wolgaster Stadtmuseum besichtigen. So stehen neben der Geschichte eines Bauwerks auch die Entwicklung der Stadt und ihrer Bedeutung im Mittelpunkt.
Das Geburtshaus des 1810 verstorbenen Malers Philipp Otto Runge beherbergt ein Museum, das seinem Leben und Werk gewidmet ist. Eröffnet wurde es am 23. Juli 1997, an Runges 220. Geburtstag. Das Historische Rathaus zeigt ebenfalls eine ältere Schicht Wolgaster Geschichte: Seine heutige Form entstand Anfang des 18. Jahrhunderts.
Auf der sogenannten Schlossinsel im Peenestrom befindet sich der Museumshafen Wolgast. Dort gehört auch das denkmalgeschützte Eisenbahndampffährschiff „Stralsund“ zu den maritimen Sehenswürdigkeiten. Das Schiff wurde am 20. Oktober 1890 vom Königlich-Preußischen Eisenbahnmaschinenamt in Dienst gestellt und auf der Schichau-Werft in Elbing gebaut. Es gilt als ältestes Eisenbahndampffährschiff Europas; geführte Rundgänge werden an Bord angeboten. Wer Schifffahrts- und Technikgeschichte vertiefen möchte, findet hier einen anderen Schwerpunkt als in den Kirchen und Stadtmuseen.
Wege als Teil der Reiseplanung
Ein Abschnitt des Hanseatenweges führt von Greifswald kommend über Buddenhagen und Hohendorf durch Wolgast weiter auf die Insel Usedom. Darüber hinaus liegt Wolgast am Ostseeküsten-Radweg, am Jakobsweg und am E9. Diese Routen bieten einen zusätzlichen Blick auf den Ort: Sie können die Stadt als Ziel für Kultur und Geschichte erkunden oder ihre Lage in den Verlauf eines längeren Weges einordnen.
Auch innerhalb der Stadt gibt es unterschiedliche Anlaufpunkte. Der frei zugängliche Mühlenstein-Park an der Dr.-Theodor-Neubauer-Straße zeigt eine Sammlung steinzeitlicher Mühlensteine und Mühlsteine der Neuzeit, die Ende der 1980er Jahre angelegt wurde. Wer bei einem Aufenthalt gern einzelne Kulturorte miteinander verbindet, kann diesen kleinen Park neben Kirchen, Rathaus und Museen berücksichtigen. Für eine Reise, bei der die Route selbst im Vordergrund steht, sind dagegen der Hanseatenweg und die weiteren in Wolgast verlaufenden Wege eine eigene Orientierung.
Wenn Sie eine Unterkunft in Wolgast suchen, können die Schwerpunkte Ihres Aufenthalts die Wahl mitbestimmen: Kirchen, Kapelle und Museen bilden ein dichtes kulturhistorisches Programm; die Wege geben einen anderen Rahmen für die Planung. Der Turmaufstieg in St. Petri umfasst 184 Stufen, während der Jerusalem-Kreuzweg etwa eine römische Meile lang ist. Diese konkreten Angaben helfen, verschiedene Besuche und Wege nach den eigenen Interessen zu ordnen.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Am Peenestrom.