Sonderausstellung im Historisch-Technischen Museum Peenemünde

Sonderausstellung im Historisch-Technischen Museum Peenemünde
Sonderausstellung im Historisch-Technischen Museum Peenemünde
(4.5) Bewertungen: 2

Das Historisch-Technische Museum in Peenemünde, im Norden der Ostsee-Insel Usedom gelegen, ist eines der meistbesuchten Ausflugsziele auf Usedom. Neben der Dauerausstellung zum Raketenbau zeigen wechselnde Sonderausstellungen interessante Einblicke in die verschiedensten Themenbereiche. Zurzeit ist im Historisch-Technischen Museum in Peenemünde die Sonderausstellung „Rüstung auf dem Prüfstand. Kummersdorf, Peenemünde und die totale Mobilmachung“ zu sehen.

(HTM) Diese Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Förderverein Historisch-Technisches Museum - Versuchsstelle Kummersdorf e.V. und wirft einen Blick auf den „Schießplatz“ Kummersdorf als Vorläufer von Peenemünde. Dort entstand 1875 das größte deutsche Erprobungszentrum für neue Waffen, und dort begann um 1930 das Großraketenprogramm. Im Verständnis der Bedeutung Kummersdorfs liegt der Schlüssel für das Verständnis des Systems Peenemünde.

In Kummersdorf trafen sich Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Militär. Es war ein Ort, an dem sich ein militärisch-industriell-akademischer Komplex manifestierte, ein Ort moderner Rüstung, die den technischen Krieg vorbereitete. In der Entstehung des Raketenprogramms und seiner Ausweitung, die 1937 im Umzug des Projekts nach Peenemünde mündete, erreichte die deutsche Rüstungsgeschichte eine neue Qualität. Kummersdorf ist heute, im Gegensatz zu Peenemünde, kein bekannter Name, sondern ein vergessener Ort der deutschen Geschichte. Über den Schießplatz ist buchstäblich Gras gewachsen. Was dort passierte, ist kaum erforscht und nur schwer zu verstehen. Diese Ausstellung will als Spurensuche die beiden Orte in ihrer Verbindung zu Politik, Industrie, Militär und Wissenschaft beleuchten und darüber einige Fragen zur Geschichte der deutschen Rüstung aufwerfen.

Zu sehen sind Originalfundstücke der Erprobungen in Kummersdorf und Peenemünde sowie historische Darstellungen der Orte und des Arbeitens. Ergänzt werden diese Objekte und Dokumente durch aktuelle Bilder des Berliner Fotografen Lorenz Kienzle. Sie vermitteln die Vergessenheit, den Verfall, aber auch den Zauber des Kummersdorfer Geländes.

Gläserner Fahrstuhl nimmt Gestalt an

Ab Frühjahr 2015 soll ein gläserner Fahrstuhl Besucher des Historisch-Technischen Museums Peenemünde auf eine Aussichtsplattform in über 30 Metern Höhe auf das Dach des Kraftwerksgebäudes bringen. Anfang Dezember wurde mit dem Einheben der Stahlkonstruktion für den Aufzugsschacht mit einem Großkran ein wichtiger Bauabschnitt beendet.

Text: Historisch-Technisches Museum peenemünde
Foto © Lorenz Kienzle

Datum: 13.01.2015

Deine Meinung

Bewertung (5 ist super, 1 ist nicht so toll):  

Kommentar (0)

Keine Kommentare

Werbung

News

Eine Nacht im Strandkorb
Vor allem an abgelegenen Strandabschnitten Usedoms sind sie zu finden: Romantiker, die eine Nacht direkt am Strand verbringen – im Zelt oder nur durch den Schlafsack „geschützt“. Das ist nicht in jeder Hinsicht gesetzeskonform, wird aber meist toleriert. Nun hat das Ostseebad Ückeritz eine ganz legale romantische Übernachtungsmöglichkeit geschaffen.
27. Usedomer Kunstauktion in Heringsdorf
Wie wohl fast alle Küstenregionen ist auch die Insel Usedom zu Refugium von bildenden Künstlern geworden. Die Usedomer Malerschule ist sprichwörtlich, ihre Tradition wird durch den Usedomer Kunstverein e.V. fortgeführt. Dieser veranstaltet am 19. September in Heringsdorf die diesjährige Kunstauktion.
Woche der Bäderarchitektur
Trotz dieser Bezeichnung gibt es nach Aussagen vieler Fachleute keine „Bäderarchitektur“. Sie ist eher eine Sammlung bevorzugter Baustile, die vorwiegend an Beherbergungsstätten in Kurorten verwendet wurden, ob an der Küste oder im Binnenland.