Abschlussbilanz des 21. Usedomer Musikfestivals

Abschlussbilanz des 21. Usedomer Musikfestivals
Abschlussbilanz des 21. Usedomer Musikfestivals
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Das Usedomer Musikfestival hat auch in diesem Herbst wieder Musikfreunde aus Nah und Fern auf die Ostsee-Insel Usedom gelockt und begeistert. Das Partnerland des Usedomer Musikfestivals war in diesmal das Nachbarland Polen, und ein Teil der Veranstaltungen fand auch in Polen, in der auf der Insel Usedom liegenden Stadt Świnoujście, statt. Lesen Sie im Folgenden eine Bilanz der Veranstalter.

Am Samstag beschließt das Festival seinen Länderschwerpunkt „Polen“ mit Krzysztof Penderecki und der Sinfonia Varsovia in Peenemünde. Deutsch-polnische Sympathien in der Musik zu entdecken, zu reflektieren und zu festigen war Anliegen des 21. Usedomer Musikfestivals vom 20. September bis zum 11. Oktober. Zum Länderschwerpunkt Polen und unter dem Motto „Polens Musikerbe vor, nach und mit Chopin“ präsentierte das Festival auf der Zwei-Länder-Insel Usedom in seiner 21. Ausgabe ein breites Spektrum polnischer Musik. An 27 Veranstaltungsorten in rund 40 Konzerten präsentierten die Festivalmacher hochkarätige Musiker aus Polen in exklusiven Programmen. Rundfahrten führten auch auf die Nachbarinsel Wollin, vier Ausstellungen setzten einen visuellen Kontrapunkt zum Musikprogramm. Rund 14.000 Gäste besuchten die zahlreichen Veranstaltungen des Festivals. Thomas Hummel, der Intendant zieht eine positive Bilanz: „Für drei Wochen begegneten sich Deutsche und Polen in der Musik. Viele ausverkaufte Konzerte und das große Interesse unseres Publikums bestätigen unsere Arbeit Musik der Ostsee-Anrainerstaaten auf Usedom, dem 'Podium der Ostsee' zu präsentieren.“

Historische Momente zu den Peenemünder Konzerten

Insbesondere die Peenemünder Konzerte auf dem Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt trügen zu dieser Art Völkerverständigung bei. Als historischen Moment bezeichnete Hummel die Ausstellung „Musik im okkupierten Polen 1939-45“, die vor dem Abschlusskonzert der Musiklandsaison in Mecklenburg-Vorpommern in Peenemünde eröffnet wurde. An einem Ort, der noch vor 75 Jahren der Produktion von Massenvernichtungswaffen diente, wäre dies ein deutliches Signal für Völkerverständigung und gemeinsames Gedenken, betonte auch Cornelia Pieper, die deutsche Generalkonsulin in Danzig. Das Abendprogramm präsentierte mit dem NDR Sinfonieorchester, dem Pianisten Ingolf Wunder unter der Leitung von Michal Nesterowicz u. a. Werke vertriebener und verfolgter polnischer Komponisten. Die Veranstaltungsreihe der Peenemünder Konzerte ist eine Initiative von Usedomer Musikfestivals, dem Norddeutschen Rundfunk und dem Historisch-technischem Museum Peenemünde mit dem Ziel Friedenzeichen an dem geschichtsträchtigen Ort zu setzen. Den Abschluss fand das Festival in einem Drei-Tage-Finale mit dem diesjährigen orchestra in residence, der Sinfonia Varsovia. Das polnische Nationalorchester spielte in drei aufeinanderfolgenden Konzerten in Wolgast, Swinemünde und Peenemünde. Zu den Förderern dieser Konzerte zählte in diesem Jahr die Ostdeutsche Sparkassenstiftung. Krzysztof Penderecki, Polens bedeutendste Musikerpersönlichkeit der Gegenwart setzte mit der Sinfonia auf der polnischen und deutschen Seite der Insel Usedom den würdigen Schlusspunkt der länderverbindenden Veranstaltungsreihe. Auch Kurt Masur, der Ehrenschirmherr des Musikfestivals ließ es sich nicht nehmen zum großen Peenemünder Abschlusskonzert anwesend zu sein und einige Worte an das Publikum zu richten.

Junge Stars und ein neuer Nachwuchspreis beim 21. Usedomer Musikfestival

Neben dem einzigen deutschsprachigen Preisträger des Internationalen Chopin Klavierwettbewerbs von Warschau, Ingolf Wunder, erlebten mehr als 1000 Zuschauer den polnisch-kanadischen Pianisten Jan Lisiecki in Peenemünde. Gemeinsam mit dem Festivalorchester Baltic Sea Youth Philharmonic unter dem energiegeladenen Dirigat von Kristjan Järvi brachte der 19-Jahre junge Star mit internationalen Klängen von der Ostsee die Insel Usedom zum Klingen.
21. Usedomer MusikfestivalDas Baltic Sea Youth Philharmonic wurde auf Initiative des Usedomer Musikfestivals und der Nord Stream AG gegründet. Die Nachwuchsarbeit des Usedomer Musikfestivals erlebte in diesem Jahr eine Premiere: Das auf Initiative des Usedomer Musikfestivals, der Achterkerke-Stiftung für Kinder und der Sparkassen Stiftung Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft gegründete Junge Usedomer Musikfestival präsentierte erstmals den Wettbewerb „Die jungen Besten im Norden“. Der Wettbewerb richtet sich an Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ und will mit den auf 6000 Euro dotierten Preisen Impulse für junge Musikerkarrieren setzten. Die auf insgesamt 3000 Euro von der Achterkerke Stiftung für Kinder dotierten ersten Preise gingen an die Pianistin Shinyoung Lee aus Schleswig-Holstein und die Sängerin Sarah Zwingmann aus Niedersachsen. Den Usedomer Musikpreis 2014, von der Oscar und Vera-Ritter-Stiftung auf 7000 Euro dotiert, erhielt in diesem Jahr der Göttinger Hornist Felix Klieser. Er kam ohne Arme auf die Welt und spielt sein Instrument nur mit den Füssen.

Jubiläen für den Nachwuchs

Im Bereich der Nachwuchsförderung des Jungen Usedomer Musikfestival konnten in diesem Jahr zwei Jubiläen gefeiert werden. Seit 20 Jahren kooperiert die in New York ansässige Stiftung Young Concert Artists auf Initiative von Kurt Masur mit dem Usedomer Musikfestival. In diesem Jahr trat der Preisträger des New Yorker Wettbewerbs von YCA des Jahres 2010, der armenische Klarinettist Narek Arutunyan zum Usedomer Musikfestival auf. Seit 10 Jahren findet das auf Initiative von Norddeutschem Rundfunk, Usedomer Musikfestival und Tonkünstlerverband Mecklenburg-Vorpommern gegründete Ostsee-Musikforum statt. Der Meisterkurs des litauischen Cellisten, Dirigenten und Musikpädagogen David Geringas ermöglicht jungen Cellisten ein exklusives, an den Länderschwerpunkt des Musikfestivals angepasstes Repertoire einzustudieren. Ihr Wissen geben die Nachwuchsmusiker auch an Schülerinnen und Schüler auf der deutschen und polnischen Seite der Insel Usedom weiter. Die drei Konzerte des Ostsee-Musikforums zählen mit zu den beliebtesten Veranstaltungen des Usedomer Musikfestivals.

Das Usedomer Musikfestival in aller Welt

Weitere Konzerte spürten deutsch-polnischen Sympathien angefangen beim "polnischen Händel" Grzegorz Gorczycki, über romantische Musik von Chopins Lehrer Josef Elsner bis hin zu zeitgenössischer polnischer Musik und Neu- bzw. Wiederentdeckungen von polnischen Komponisten, wie Mieczysław Weinberg nach. NDR Kultur sendete über die europäische Rundfunkunion nach Polen, Australien, Estland, die Niederlande und nach Katalonien.

Text: Usedomer Musikfestival
Logo © Usedomer Musikfestival, Foto © Geert Maciejewski

Datum: 10.10.2014

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