Historisch-Technisches Museum Peenemünde

Historisch-Technisches Museum Peenemünde
Historisch-Technisches Museum Peenemünde
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Auch im Sommer 2010 haben Jugendliche aus verschiedenen Ländern an der „Aufarbeitung der Vergangenheit“ Peenemündes auf der Insel Usedom mitgewirkt. Sie legten einen der ehemaligen Bunker am Peenedeich zwischen Karlshagen und Peenemünde frei, um ihn für Touristen der Insel Usedom zugänglich zu machen. Die Bunkeranlage ist Teil der Denkmallandschaft Peenemünde. Die 11 Jugendlichen kommen aus Deutschland, der Ukraine, Tschechien, Serbien, Japan und der Türkei. Während ihres dreiwöchigen Aufenthaltes haben sie auch Ausflüge in die Umgebung unternommen, nicht nur auf die Insel Usedom, sondern auch nach Rostock und Berlin. Seit 1999 organisiert das HTM solche Workcamps als gute Verbindung zwischen nützlicher Tätigkeit und internationaler Verständigung der Jugend.

Gebaut für die Ewigkeit…?
Begleitend zur Sanierung des Kraftwerks und der damit verbundenen technischen Anlagen (Bekohlungsanlage, Schrägaufzug etc.) wird eine Sonderausstellung im Außenareal des HTM auf über 15.000 m² mit insgesamt 30 Stationen mindestens bis zum Frühling 2011 die einzelnen Sanierungsschritte für den Besucher transparent darlegen. Grundlage für diese Ausstellung bilden über 200, bislang unbekannte Fotos und Dokumente vom Baustellenleiter des Kraftwerkes, Josef Greiner. Sie dokumentieren eindrucksvoll die Bauphase des Kraftwerkes und seiner angeschlossenen technischen Anlagen. Das Kraftwerk wurde im November 1942 in Betrieb genommen, ihm kam eine Schlüsselrolle im seinerzeit weltweit größten militärischen Forschungszentrum, der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, zu. Ein Großteil der hier erzeugten Energie floss in die Produktion von flüssigem Sauerstoff. Er diente für die Rakete A4 (Aggregat 4), besser bekannt als Rakete V2, als Treibstoffkomponente.

Das Kraftwerk war bis 1990 in Betrieb und ist heute das größte technische Denkmal Mecklenburg-Vorpommerns. Die Abnutzung, der Bombenangriff 1944 sowie Witterungseinflüsse haben an den Denkmälern ihre Spuren hinterlassen und machen ihre Sanierung notwendig. In Form einer Konservierung sollen diese Spuren als „historische Quellen“ weiter sichtbar bleiben und helfen, sich auch die jüngere Geschichte Peenemündes besser zu erschließen.

Es werden bauhistorische Zeugnisse mit historischen Fotos und Archivalien aus dem Archiv des HTM kombiniert. Über den Rahmen der Sonderausstellung hinaus sollen Großteile dieser temporären Ausstellung so aufbereitet werden, dass sie im Jahr 2011 in die neue Dauerausstellung zum Denkmal übernommen werden können.

Text: HTM/Rainer Höll

Foto: © Rainer Höll

Datum: 12.10.2010

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