Usedomer Literaturtage 2011 Usedomer Literaturtage 2011

Grenzlandgeschichten. Zwischen Deutschland, Polen und Tschechien lautet das Thema der diesjährigen Usedomer Literaturtage, die vom 30. März bis 03. April 2011 auf der Ostsee-Insel Usedom stattfinden. Literatur auf Usedom hat sich endlich einen festen Platz im reichen Veranstaltungskalender der Insel erobert. Seit 2009 ziehen die Usedomer Literaturtage ein großes, neugieriges Publikum an, das sich auf eine Entdeckungsreise der gemeinsamen Geschichte von Deutschland und seinen östlichen Nachbarn begibt. Die vom Usedomer Musikfestival, dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf veranstaltete Reihe ist ein weiterer interessanter wie unterhaltsamer Beitrag zur Verständigung auf der deutsch-polnischen Insel Usedom.

Eingeladen werden jedes Jahr geschätzte Autoren sowie aufstrebende junge Schriftsteller, die aus verschiedenen Perspektiven und unterschiedlichsten persönlichen Motivationen heraus einen Blick auf die Vergangenheit sowie deren Auswirkungen in der Gegenwart im östlichen Raum wagen. Entstanden ist ein lebendiger Dialog, der bei Zuschauern und Medienvertretern auf offene Ohren stößt.

Nach den beiden erfolgreichen Usedomer Literaturtagen u. a. mit Christoph Hein, Hellmuth Karasek, Andreas Kossert, Stefan Chwin, Joachim Kaiser und Marek Krajewski, zieht es vom 30. März bis 3. April 2011 deutsche, polnische und erstmalig tschechische Autoren auf die Insel Usedom. Literarisches zu entdecken gibt es in Lesungen und Diskussionen, Schullesungen oder bei einer literarischen Inselrundfahrt mit Rezitationen und Musik. Gespannt sein darf man u. a. auf Peter Härtling, Jaroslav Rudiš, Radka Denemarková, Olga Tokarczuk und den Pianisten und Autor Alfred Brendel.

Eröffnet werden die Usedomer Literaturtage am 30. März um 19 Uhr im Haus des Gastes in Bansin mit drei Reportagen aus der Mitte Europas. Dabei richtet der Österreicher Martin Pollack seinen Blick nach Polen, der Pole Wlodzimierz Nowak nach Deutschland und der in Świnoujście geborene Mariusz Surosz nach Tschechien. Martin Pollack wird 2011 der Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung verliehen.

Am Freitag trifft Manfred Osten auf den Pianisten und Schriftsteller Alfred Brendel. Dieser gilt als einer der führenden Musiker unserer Zeit und erhielt auch für seine wortgewandten, stilistisch glänzenden Gedichte und Essays große Anerkennung. Brendel entstammt einer österreichisch-deutsch-italienisch-slawischen Familie und wird zu den Usedomer Literaturtagen über seine Wurzeln sprechen sowie über Konzerterlebnisse in Deutschland, Tschechien und Polen.

Peter Härtling erlangte vor allem mit seinen Romanbiografien große Beliebtheit. Zu den Usedomer Literaturtagen wird er aus seiner Novelle „Božena“ lesen. Diese berichtet über ein von der Geschichte zerriebenes Leben zur Zeit der Nazi-Herrschaft in der mährischen Stadt Olmütz. Verankert ist dieser Ort auch in der Biografie Härtlings, dessen Familie einst von dort vor der russischen Armee fliehen musste. Wie schon 2009 und 2010 wird es auch eine Lesung auf dem polnischen Teil der Insel Usedom geben. Am Samstag, 2. April, werden unter dem Thema „Häusergeschichten. Zwischen Schlesien und Galizien“ Sabrina Janesch und Olga Tokarczuk zu erleben sein. Janesch war als Stipendiatin des Deutschen Kulturforums östliches Europa Stadtschreiberin DANZIG 2009 und erntete dabei viel Medienaufmerksamkeit. Olga Tokarczuk ist Trägerin des wichtigsten polnischen Literaturpreises (Nike).

Die Usedomer Literaturtage begleitend ist die Ausstellung „Der Fotograf ist da /Fotograf przyjechał“. Die historischen Fotografien aus dem Denkmalamt in Königsberg zeigen Menschen aus dem alten Ostpreußen. Das gesamte Programm mit allen Lesungen ist im Internet auf der Seite www.usedomer-literaturtage.de zu finden.

Text: Usedomer Literaturtage

Foto: © Usedomer Literaturtage

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